Was ist Coolify?
Coolify ist eine Open-Source-Self-hosted-Plattform (PaaS – Platform as a Service) die als Alternative zu Heroku, Render, Railway und Netlify fungiert. Statt monatlich 50–200 € für SaaS-Hosting zu zahlen, betreiben Sie Coolify auf Ihrem eigenen Server und deployen beliebig viele Apps kostenlos.
Was kann Coolify?
- Git-Push-Deployments: Verbinden Sie Ihr GitHub/GitLab/Gitea-Repository – bei jedem Push wird automatisch gebaut und deployed
- Docker Compose Support: Beliebige Docker-Compose-Stacks per UI deployen
- Managed Databases: PostgreSQL, MySQL, MariaDB, MongoDB, Redis auf Knopfdruck starten
- SSL-Zertifikate: Automatisch über Let's Encrypt – kein manuelles certbot nötig
- Ressourcen-Limits: CPU und RAM pro App begrenzen
- Webhooks & Benachrichtigungen: Slack, E-Mail, Telegram bei Deploy-Events
- Mehrere Server: Eine Coolify-Instanz kann Apps auf mehreren Remote-Servern deployen
Voraussetzungen
- Frische Ubuntu 22.04 / Debian 12 VM oder Bare-Metal-Server
- Mindestens 2 vCPU, 2 GB RAM, 20 GB SSD (4 GB RAM empfohlen)
- Öffentliche IP und Domain (für SSL-Zertifikate)
- Root-Zugriff
Installation
Coolify wird per Installations-Script in weniger als 5 Minuten eingerichtet:
curl -fsSL https://cdn.coollabs.io/coolify/install.sh | bash
Das Script installiert:
- Docker CE
- Coolify selbst (als Docker-Stack)
- Traefik als Reverse Proxy
- Alle benötigten Abhängigkeiten
Coolify UI aufrufen
Nach der Installation ist Coolify erreichbar unter:http://<SERVER-IP>:8000
Beim ersten Aufruf richten Sie Ihren Admin-Account ein.
Domain konfigurieren (empfohlen)
Erstellen Sie einen DNS-A-Record:
coolify.ihredomain.de → <SERVER-IP>
In Coolify: Settings → Instance Settings → URL auf https://coolify.ihredomain.de setzen. Coolify konfiguriert automatisch ein SSL-Zertifikat via Let's Encrypt.
Ersten Server verbinden
Coolify verwaltet Ihren lokalen Server automatisch. Für Remote-Server:
- Servers → Add Server
- Verbindungstyp: SSH Key (empfohlen) oder Passwort
- IP-Adresse und Port eingeben
- Test Connection – Coolify prüft die Verbindung
Erste App deployen (Node.js Beispiel)
Schritt 1: GitHub-Repository verbinden
Sources → GitHub App → Install GitHub App
Erlauben Sie Coolify Zugriff auf Ihre Repositories.
Schritt 2: Neues Projekt und Service
- Projects → New Project (z. B. „Mein Backend")
- New Resource → Application
- Repository auswählen, Branch:
main - Build Pack: Nixpacks (automatische Erkennung) oder Dockerfile
Schritt 3: Domain und Port
- Domain:
api.ihredomain.de - Port:
3000(oder was Ihre App nutzt) - SSL: Automatisch (Let's Encrypt)
Schritt 4: Deploy
Deploy klicken – Coolify:
- Klont das Repository
- Erkennt automatisch Node.js / Python / PHP / etc.
- Baut das Docker-Image (via Nixpacks oder Ihr Dockerfile)
- Startet den Container
- Konfiguriert Traefik mit SSL-Zertifikat
Bei jedem git push auf den konfigurierten Branch wird automatisch neu deployed.
Datenbank starten
PostgreSQL in Sekunden:
- New Resource → Database → PostgreSQL
- Version wählen (z. B. 16)
- Admin-Passwort setzen
- Start klicken
Coolify liefert sofort die Verbindungs-URL:
postgresql://postgres:PASSWORT@HOST:5432/postgres
Diese URL können Sie direkt als Umgebungsvariable in Ihrer App eintragen.
Docker Compose deployen
Haben Sie einen bestehenden docker-compose.yml? Coolify kann diesen direkt deployen:
- New Resource → Docker Compose
- Compose-YAML direkt eingeben oder aus Git laden
- Umgebungsvariablen konfigurieren
- Deploy
Umgebungsvariablen (Secrets)
In jeder App: Environment Variables → Add Variable
Coolify verschlüsselt Secrets in der Datenbank. Sie können Variablen als Build-time (für den Build-Prozess) oder Runtime (für den laufenden Container) definieren.
Backup der Coolify-Datenbank
# Coolify-Konfiguration liegt in:
/data/coolify/
# Backup erstellen
tar -czf coolify-backup-$(date +%Y%m%d).tar.gz /data/coolify/
Coolify vs. Portainer
| Merkmal | Coolify | Portainer |
|---|---|---|
| Zielgruppe | Entwickler / PaaS | Ops / Docker-Verwaltung |
| Git-Deployments | Ja | Nein |
| Auto-SSL | Ja | Manuell |
| Datenbanken managed | Ja | Nein |
| Reverse Proxy | Traefik (integriert) | Manuell |
| Fokus | App-Deployment | Container-Management |
Beide können parallel betrieben werden – Coolify für Deployments, Portainer für Container-Übersicht.
FAQ
Kann Coolify mehrere Domains auf einem Server verwalten?
Ja. Coolify/Traefik kann beliebig viele Apps mit unterschiedlichen Domains und automatischem SSL auf einem Server betreiben.
Welche Sprachen und Frameworks unterstützt Nixpacks?
Node.js, Python, PHP, Ruby, Go, Java, Rust, .NET und mehr. Nixpacks erkennt das Framework automatisch anhand von package.json, requirements.txt etc.
Ist Coolify produktionsreif?
Ja, Coolify v4 (aktuell) ist stabil und wird aktiv entwickelt. Für kritische Produktionslasten empfehlen wir regelmäßige Backups des /data/coolify/-Verzeichnisses.
Kann ich von Heroku zu Coolify migrieren?
Ja. Apps die auf Heroku laufen, lassen sich in den meisten Fällen direkt deployen – Nixpacks erkennt dieselben Build-Patterns. Environment Variables müssen manuell übertragen werden.
Fazit
Coolify ist die beste Self-hosted-Alternative zu Heroku für Teams die Kontrolle über ihre Infrastruktur behalten wollen ohne ein komplettes Kubernetes-Cluster zu betreiben. Mit automatischem SSL, Git-Deployments und managed Databases ist der Einstieg in wenigen Minuten möglich.
Als DevOps-Spezialisten in Heidelberg helfen wir KMU und Startups in der Rhein-Neckar-Region beim Aufbau kosteneffizienter Deployment-Infrastrukturen. Infrastruktur-Beratung anfragen.