Warum E-Mail-Authentifizierung unverzichtbar ist
Täglich werden Millionen gefälschter E-Mails versendet, die vorgeben, von bekannten Unternehmen oder Personen zu stammen. E-Mail-Spoofing ist eine der häufigsten Methoden bei Phishing-Angriffen, Business Email Compromise (BEC) und CEO-Fraud.
Drei DNS-Einträge können Ihre Domain wirksam davor schützen:
- SPF – Wer darf E-Mails von Ihrer Domain senden?
- DKIM – Sind die E-Mails tatsächlich von Ihnen signiert?
- DMARC – Was soll mit E-Mails passieren, die SPF und DKIM nicht bestehen?
Für Unternehmen in Heidelberg, Mannheim und der Rhein-Neckar-Region ist die korrekte E-Mail-Authentifizierung auch aus DSGVO-Sicht relevant – sie verhindert, dass Ihre Domain für Spam missbraucht wird.
SPF – Sender Policy Framework
Was macht SPF?
Ein SPF-Eintrag ist ein TXT-Eintrag in Ihrem DNS, der festlegt, welche Mailserver berechtigt sind, E-Mails für Ihre Domain zu versenden. Empfangende Mailserver prüfen, ob die sendende IP-Adresse im SPF-Eintrag gelistet ist.
SPF-Eintrag erstellen
Melden Sie sich in der DNS-Verwaltung Ihrer Domain an und erstellen Sie einen neuen TXT-Eintrag:
Name/Host: @ (oder leer, steht für die Root-Domain)
Wert (Beispiel für Microsoft 365):v=spf1 include:spf.protection.outlook.com -all
Wert (Beispiel für Google Workspace):v=spf1 include:_spf.google.com -all
Wert (kombiniert, falls Sie mehrere Dienste nutzen):v=spf1 include:spf.protection.outlook.com include:_spf.google.com ip4:203.0.113.5 -all
SPF-Mechanismen erklärt
include:Bezieht SPF-Eintrag eines anderen Anbieters einip4:Einzelne IPv4-Adresse erlaubenip6:Einzelne IPv6-Adresse erlauben-allAlle anderen Absender ablehnen (empfohlen)~allAlle anderen als "SoftFail" markieren (für Tests)?allNeutral – nicht empfohlen für Produktion
Achtung: Ein SPF-Eintrag darf maximal 10 DNS-Lookups enthalten. Zu viele
include:Einträge können zu SPF-Fehlern führen.
DKIM – DomainKeys Identified Mail
Was macht DKIM?
DKIM versieht jede ausgehende E-Mail mit einer kryptografischen Signatur. Der private Schlüssel liegt beim Mailserver, der öffentliche Schlüssel wird im DNS veröffentlicht. Empfangende Server können damit verifizieren, dass die E-Mail nicht manipuliert wurde.
DKIM für Microsoft 365 einrichten
- Öffnen Sie das Microsoft 365 Defender-Portal (security.microsoft.com)
- Navigieren Sie zu E-Mail & Zusammenarbeit → Richtlinien & Regeln → Bedrohungsrichtlinien → DKIM
- Wählen Sie Ihre Domain aus
- Klicken Sie auf DKIM-Schlüssel aktivieren
- Das Portal zeigt Ihnen zwei CNAME-Einträge, die Sie in Ihrem DNS anlegen müssen:
selector1._domainkey.ihredomain.de → selector1-ihredomain-de._domainkey.ihredomain.onmicrosoft.comselector2._domainkey.ihredomain.de → selector2-ihredomain-de._domainkey.ihredomain.onmicrosoft.com
- Nachdem die DNS-Einträge aktiv sind, aktivieren Sie DKIM im Defender-Portal.
DKIM für Google Workspace einrichten
- Öffnen Sie die Google Admin-Konsole (admin.google.com)
- Apps → Google Workspace → Gmail → DKIM-Authentifizierung
- Klicken Sie auf Neuen Eintrag generieren
- Kopieren Sie den TXT-Eintrag und fügen Sie ihn in Ihrem DNS ein:
Name: google._domainkey.ihredomain.de
Wert: v=DKIM1; k=rsa; p=MIIBIjANBg... (langer Schlüssel)
- Klicken Sie auf DKIM aktivieren nachdem der DNS-Eintrag propagiert ist.
DMARC – Domain-based Message Authentication
Was macht DMARC?
DMARC baut auf SPF und DKIM auf und definiert eine Richtlinie: Was soll mit E-Mails passieren, die SPF und DKIM nicht bestehen? Zusätzlich können Sie Berichte empfangen, wer E-Mails in Ihrem Namen versendet.
DMARC-Eintrag erstellen
Name: _dmarc.ihredomain.de
Typ: TXT
Richtlinie Schritt 1 – Monitoring (empfohlen zum Start):v=DMARC1; p=none; rua=mailto:[email protected]; ruf=mailto:[email protected]; fo=1
Richtlinie Schritt 2 – Quarantäne:v=DMARC1; p=quarantine; pct=50; rua=mailto:[email protected]
Richtlinie Schritt 3 – Ablehnen (Ziel):v=DMARC1; p=reject; rua=mailto:[email protected]
DMARC-Tags erklärt
p=none– Keine Aktion, nur Berichte (Monitoring)p=quarantine– Verdächtige E-Mails in Spamp=reject– Verdächtige E-Mails ablehnenpct=– Prozentsatz der E-Mails, auf die die Richtlinie angewendet wirdrua=– E-Mail-Adresse für Aggregate-Berichte (täglich, XML)ruf=– E-Mail-Adresse für Forensic-Berichteadkim=s– Strenge DKIM-Ausrichtungaspf=s– Strenge SPF-Ausrichtung
Empfohlene Implementierungsreihenfolge
Phase 1: Analyse (Woche 1–2)
Beginnen Sie mit p=none und einer rua E-Mail-Adresse. Analysieren Sie die eingehenden DMARC-Berichte. Tools wie Google Postmaster Tools, dmarcanalyzer.com oder mxtoolbox.com helfen bei der Auswertung.
Prüfen Sie: Welche Server senden E-Mails in Ihrem Namen? Sind alle legitimierten Server im SPF erfasst? Ist DKIM korrekt konfiguriert?
Phase 2: Quarantäne (Woche 3–4)
Wechseln Sie zu p=quarantine; pct=10 und erhöhen Sie den Prozentsatz schrittweise. Überwachen Sie ob legitime E-Mails im Spam landen.
Phase 3: Ablehnen (Ab Woche 5)
Wechseln Sie zu p=reject. Jetzt werden gefälschte E-Mails von Ihrer Domain vollständig abgelehnt.
Einstellungen überprüfen
Testen Sie Ihre Konfiguration mit:
- MXToolbox: mxtoolbox.com/SuperTool.aspx
- Mail Tester: mail-tester.com
- DMARC Analyzer: dmarcanalyzer.com
Führen Sie auf einem Mailserver folgenden Befehl aus (ersetzen Sie die Domain):nslookup -type=TXT ihredomain.de
FAQ
Müssen SPF, DKIM und DMARC alle eingerichtet sein?
Ja, für maximale Schutzwirkung sollten alle drei konfiguriert sein. DMARC allein ohne SPF und DKIM hat keine Schutzwirkung.
Was ist, wenn ich mehrere E-Mail-Anbieter nutze (z. B. M365 + Mailchimp)?
Alle legitimen Versender müssen im SPF-Eintrag erfasst und DKIM-Signaturen für alle konfiguriert sein. DMARC-Berichte zeigen Ihnen schnell, wenn Sie einen Anbieter vergessen haben.
Kann DMARC legitime E-Mails blockieren?
Ja, wenn die Konfiguration unvollständig ist. Deshalb immer mit p=none starten und schrittweise verschärfen.
Fazit
SPF, DKIM und DMARC sind grundlegende Sicherheitsmaßnahmen, die jedes Unternehmen implementieren sollte. Sie schützen Ihre Reputation, Ihre Kunden und verhindern, dass Ihre Domain für Phishing missbraucht wird.
Als IT-Sicherheitsdienstleister in Heidelberg konfigurieren wir DMARC, DKIM und SPF für Unternehmen in Mannheim, Ludwigshafen und der gesamten Rhein-Neckar-Region. Jetzt Kontakt aufnehmen – wir analysieren Ihre aktuelle E-Mail-Sicherheitslage kostenlos.