Wichtig zuerst: "Hyper-V Server" als Gratis-Produkt gibt es nicht mehr
Viele Anleitungen im Netz sprechen noch von "Hyper-V Server 2019" oder älter — das war eine eigenständige, kostenlose Hypervisor-Distribution ohne grafische Oberfläche. Microsoft hat diese Produktlinie nach Version 2019 eingestellt. Es gibt kein "Hyper-V Server 2022" und kein "Hyper-V Server 2025" als separates Gratis-Produkt.
Was es stattdessen gibt: Die Hyper-V-Rolle innerhalb von Windows Server 2025. Die Rolle selbst kostet keinen Aufpreis — aber Windows Server 2025 selbst muss lizenziert werden (Standard oder Datacenter, je nach Anzahl der VMs, die Windows-Gastsysteme sein sollen). Wer einen kostenlosen Hypervisor ohne jede Lizenzkosten sucht, ist bei Proxmox VE oder XCP-ng besser aufgehoben — dort fallen auch für Windows-Gäste keine Hypervisor-Lizenzkosten an (nur die Windows-Gast-Lizenz selbst, die man ohnehin braucht).
Hyper-V-Rolle installieren
Install-WindowsFeature -Name Hyper-V -IncludeManagementTools -Restart
Get-WindowsFeature -Name Hyper-V
Virtuelle Switches erstellen
Get-NetAdapter | Select Name,Status,MacAddress
# Externen Switch
New-VMSwitch -Name "Extern-Switch" -NetAdapterName "Ethernet0" -AllowManagementOS $true
# Internen Switch
New-VMSwitch -Name "Intern-Switch" -SwitchType Internal
Get-VMSwitch | Select Name,SwitchType
Ein externer Switch bindet sich an eine physische NIC und gibt VMs direkten Netzwerkzugriff — der Host selbst bleibt über AllowManagementOS $true erreichbar. Interne Switches sind für reine Host-VM-Kommunikation ohne Außenanbindung gedacht, z.B. für isolierte Testumgebungen.
VM erstellen (Generation 2)
New-VM -Name "Ubuntu-Server" `
-Generation 2 `
-MemoryStartupBytes 4GB `
-SwitchName "Extern-Switch" `
-Path "D:\VMs"
Set-VMMemory -VMName "Ubuntu-Server" `
-DynamicMemoryEnabled $true `
-MinimumBytes 1GB `
-MaximumBytes 8GB
Set-VMProcessor -VMName "Ubuntu-Server" `
-Count 4 `
-ExposeVirtualizationExtensions $true
New-VHD -Path "D:\VMs\Ubuntu-Server\System.vhdx" -SizeBytes 80GB -Dynamic
Add-VMHardDiskDrive -VMName "Ubuntu-Server" -Path "D:\VMs\Ubuntu-Server\System.vhdx"
Set-VMFirmware -VMName "Ubuntu-Server" -SecureBootTemplate "MicrosoftUEFICertificateAuthority"
Start-VM -Name "Ubuntu-Server"
-ExposeVirtualizationExtensions $true ist Pflicht, wenn die Gast-VM selbst wieder virtualisieren soll (verschachteltes Hyper-V, oder WSL2/Docker Desktop innerhalb der VM) — ohne das Flag scheitert das mit kryptischen Fehlermeldungen.
VM-Verwaltung und Snapshots
Get-VM | Select Name,State,CPUUsage,MemoryAssigned,Uptime
Checkpoint-VM -Name "Ubuntu-Server" -SnapshotName "Vor-Update"
Get-VMSnapshot -VMName "Ubuntu-Server"
Restore-VMSnapshot -Name "Vor-Update" -VMName "Ubuntu-Server" -Confirm:$false
Checkpoints sind für kurzfristige Vor-Update-Sicherungen gedacht, nicht als Backup-Ersatz — sie liegen auf demselben Storage wie die VM und schützen nicht vor Hardware-Ausfall.
Live-Migration
Enable-VMMigration
Set-VMHost -VirtualMachineMigrationAuthenticationType Kerberos
Add-VMMigrationNetwork -Subnet "192.168.100.0/24" -Priority 1
Move-VM -Name "Ubuntu-Server" `
-DestinationHost "hyper-v-host2.firma.local" `
-DestinationStoragePath "\\hyper-v-host2\VMs"
Live-Migration ohne Failover-Cluster funktioniert seit mehreren Hyper-V-Generationen (Shared-Nothing-Migration) — Storage muss dafür nicht zwingend geteilt sein, kostet aber mehr Zeit, da die VHDX-Datei mitkopiert wird.
Hyper-V Replica
Set-VMReplicationServer -ReplicationEnabled $true -AllowedAuthenticationType Kerberos
Enable-VMReplication -VMName "Ubuntu-Server" `
-ReplicaServerName "dr-host.firma.local" `
-ReplicaServerPort 80 `
-AuthenticationType Kerberos `
-CompressionEnabled $true `
-RecoveryHistory 5
Start-VMInitialReplication -VMName "Ubuntu-Server"
Hyper-V Replica ist keine Backup-Lösung im klassischen Sinn, sondern asynchrone VM-Spiegelung für Disaster Recovery — die Ziel-VM läuft nicht mit, sondern wird im Ernstfall gestartet. Für Punkt-in-Zeit-Wiederherstellung (z.B. versehentlich gelöschte Dateien von vor drei Tagen) ist ein echtes Backup-Produkt weiterhin nötig.
Fazit
Hyper-V ist für reine Microsoft-Umgebungen mit vorhandenen Windows-Server-Lizenzen eine solide, vollständig per PowerShell verwaltbare Wahl. Wer aber gezielt nach einem lizenzkostenfreien Hypervisor sucht, sollte sich nicht von "Hyper-V Server" im Namen täuschen lassen — diese Gratis-Variante existiert für aktuelle Windows-Server-Versionen nicht mehr.
Ich berate Unternehmen in Heidelberg, Mannheim und der Rhein-Neckar-Region bei der ehrlichen Wahl zwischen Hyper-V, Proxmox VE und anderen Virtualisierungsplattformen — inklusive der tatsächlichen Lizenzkosten. Beratung anfragen.