Hyper-V-Rolle unter Windows Server 2025 einrichten – vollständige Anleitung
Proxmoxguide

Hyper-V-Rolle unter Windows Server 2025 einrichten – vollständige Anleitung

VMs auf Windows Server 2025 – Rollen, Switches und Live-Migration

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SeeColors IT
16. Oktober 20254 Min. Lesezeit

Wichtig zuerst: "Hyper-V Server" als Gratis-Produkt gibt es nicht mehr

Viele Anleitungen im Netz sprechen noch von "Hyper-V Server 2019" oder älter — das war eine eigenständige, kostenlose Hypervisor-Distribution ohne grafische Oberfläche. Microsoft hat diese Produktlinie nach Version 2019 eingestellt. Es gibt kein "Hyper-V Server 2022" und kein "Hyper-V Server 2025" als separates Gratis-Produkt.

Was es stattdessen gibt: Die Hyper-V-Rolle innerhalb von Windows Server 2025. Die Rolle selbst kostet keinen Aufpreis — aber Windows Server 2025 selbst muss lizenziert werden (Standard oder Datacenter, je nach Anzahl der VMs, die Windows-Gastsysteme sein sollen). Wer einen kostenlosen Hypervisor ohne jede Lizenzkosten sucht, ist bei Proxmox VE oder XCP-ng besser aufgehoben — dort fallen auch für Windows-Gäste keine Hypervisor-Lizenzkosten an (nur die Windows-Gast-Lizenz selbst, die man ohnehin braucht).

Hyper-V-Rolle installieren

Install-WindowsFeature -Name Hyper-V -IncludeManagementTools -Restart
Get-WindowsFeature -Name Hyper-V

Virtuelle Switches erstellen

Get-NetAdapter | Select Name,Status,MacAddress

# Externen Switch
New-VMSwitch -Name "Extern-Switch" -NetAdapterName "Ethernet0" -AllowManagementOS $true

# Internen Switch
New-VMSwitch -Name "Intern-Switch" -SwitchType Internal

Get-VMSwitch | Select Name,SwitchType

Ein externer Switch bindet sich an eine physische NIC und gibt VMs direkten Netzwerkzugriff — der Host selbst bleibt über AllowManagementOS $true erreichbar. Interne Switches sind für reine Host-VM-Kommunikation ohne Außenanbindung gedacht, z.B. für isolierte Testumgebungen.

VM erstellen (Generation 2)

New-VM -Name "Ubuntu-Server" `
    -Generation 2 `
    -MemoryStartupBytes 4GB `
    -SwitchName "Extern-Switch" `
    -Path "D:\VMs"

Set-VMMemory -VMName "Ubuntu-Server" `
    -DynamicMemoryEnabled $true `
    -MinimumBytes 1GB `
    -MaximumBytes 8GB

Set-VMProcessor -VMName "Ubuntu-Server" `
    -Count 4 `
    -ExposeVirtualizationExtensions $true

New-VHD -Path "D:\VMs\Ubuntu-Server\System.vhdx" -SizeBytes 80GB -Dynamic
Add-VMHardDiskDrive -VMName "Ubuntu-Server" -Path "D:\VMs\Ubuntu-Server\System.vhdx"

Set-VMFirmware -VMName "Ubuntu-Server" -SecureBootTemplate "MicrosoftUEFICertificateAuthority"
Start-VM -Name "Ubuntu-Server"

-ExposeVirtualizationExtensions $true ist Pflicht, wenn die Gast-VM selbst wieder virtualisieren soll (verschachteltes Hyper-V, oder WSL2/Docker Desktop innerhalb der VM) — ohne das Flag scheitert das mit kryptischen Fehlermeldungen.

VM-Verwaltung und Snapshots

Get-VM | Select Name,State,CPUUsage,MemoryAssigned,Uptime

Checkpoint-VM -Name "Ubuntu-Server" -SnapshotName "Vor-Update"
Get-VMSnapshot -VMName "Ubuntu-Server"
Restore-VMSnapshot -Name "Vor-Update" -VMName "Ubuntu-Server" -Confirm:$false

Checkpoints sind für kurzfristige Vor-Update-Sicherungen gedacht, nicht als Backup-Ersatz — sie liegen auf demselben Storage wie die VM und schützen nicht vor Hardware-Ausfall.

Live-Migration

Enable-VMMigration
Set-VMHost -VirtualMachineMigrationAuthenticationType Kerberos
Add-VMMigrationNetwork -Subnet "192.168.100.0/24" -Priority 1

Move-VM -Name "Ubuntu-Server" `
    -DestinationHost "hyper-v-host2.firma.local" `
    -DestinationStoragePath "\\hyper-v-host2\VMs"

Live-Migration ohne Failover-Cluster funktioniert seit mehreren Hyper-V-Generationen (Shared-Nothing-Migration) — Storage muss dafür nicht zwingend geteilt sein, kostet aber mehr Zeit, da die VHDX-Datei mitkopiert wird.

Hyper-V Replica

Set-VMReplicationServer -ReplicationEnabled $true -AllowedAuthenticationType Kerberos

Enable-VMReplication -VMName "Ubuntu-Server" `
    -ReplicaServerName "dr-host.firma.local" `
    -ReplicaServerPort 80 `
    -AuthenticationType Kerberos `
    -CompressionEnabled $true `
    -RecoveryHistory 5

Start-VMInitialReplication -VMName "Ubuntu-Server"

Hyper-V Replica ist keine Backup-Lösung im klassischen Sinn, sondern asynchrone VM-Spiegelung für Disaster Recovery — die Ziel-VM läuft nicht mit, sondern wird im Ernstfall gestartet. Für Punkt-in-Zeit-Wiederherstellung (z.B. versehentlich gelöschte Dateien von vor drei Tagen) ist ein echtes Backup-Produkt weiterhin nötig.

Fazit

Hyper-V ist für reine Microsoft-Umgebungen mit vorhandenen Windows-Server-Lizenzen eine solide, vollständig per PowerShell verwaltbare Wahl. Wer aber gezielt nach einem lizenzkostenfreien Hypervisor sucht, sollte sich nicht von "Hyper-V Server" im Namen täuschen lassen — diese Gratis-Variante existiert für aktuelle Windows-Server-Versionen nicht mehr.

Ich berate Unternehmen in Heidelberg, Mannheim und der Rhein-Neckar-Region bei der ehrlichen Wahl zwischen Hyper-V, Proxmox VE und anderen Virtualisierungsplattformen — inklusive der tatsächlichen Lizenzkosten. Beratung anfragen.

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