Warum ein separater Backup-Server, wenn vzdump auch lokal geht?
vzdump allein auf lokalem Storage ist besser als kein Backup, aber es hat zwei strukturelle Probleme: Es dedupliziert nicht zwischen VMs, und wenn der Proxmox-Host selbst ausfällt, sind Backups und VMs am gleichen Ort weg. PBS löst beides – separate Hardware, block-basierte Deduplizierung über alle Backups hinweg.
PBS installieren
echo "deb http://download.proxmox.com/debian/pbs bookworm pbs-no-subscription" \
> /etc/apt/sources.list.d/pbs.list
apt update && apt dist-upgrade
# Web-GUI: https://pbs-server:8007
PBS läuft am besten auf eigener Hardware, nicht als VM auf demselben Cluster, den es sichert – sonst verliert man im Worst Case (Cluster-Ausfall) Produktivsystem und Backup gleichzeitig.
Datastore und Storage
proxmox-backup-manager datastore create vm-backups /mnt/backup-disk
proxmox-backup-manager datastore status
Für den Datastore lohnt sich ZFS als Dateisystem darunter – Checksummen schützen vor Bit-Rot, was bei Backups, die monatelang ungelesen bleiben, kein theoretisches Problem ist.
PBS in Proxmox VE einbinden
pvesm add pbs pbs-storage \
--server 192.168.1.30 \
--datastore vm-backups \
--username root@pam \
--password $PBS_PW \
--fingerprint aa:bb:cc:...
Backup-Jobs
# Manuell
vzdump 100 --storage pbs-storage --mode snapshot --compress zstd
GUI: Datacenter → Backup → Add: Storage=pbs-storage, Schedule=02:00, Retention Daily 7
Was in Standard-Anleitungen oft fehlt: Prune und Garbage Collection
Retention-Regeln (z.B. "7 täglich, 4 wöchentlich") legen nur fest, welche Backup-Snapshots gelöscht werden – der eigentliche Speicherplatz wird erst durch den Garbage-Collection-Job freigegeben, der ungenutzte Chunks entfernt. Ohne regelmäßigen GC-Lauf (Standard: wöchentlich) füllt sich der Datastore trotz aktiver Retention-Policy langsam weiter. Unter Datastore → Prune & GC einrichten, nicht nur die Backup-Jobs.
Genauso wichtig und genauso oft vergessen: Verify-Jobs. Ein Backup, das nie verifiziert wurde, ist ein Backup, dessen Wiederherstellbarkeit reine Vermutung ist. PBS kann das automatisiert im Hintergrund prüfen (Checksummen-Validierung der Chunks) – sollte für jeden produktiven Datastore aktiv sein.
Verschlüsselung
proxmox-backup-client key create ~/.pbs-encryption.key
vzdump 100 --storage pbs-storage --encrypt 1
# Key sicher sichern!
cat ~/.pbs-encryption.key | base64 > ~/pbs-key-backup.txt
Der Encryption-Key liegt NICHT auf dem PBS-Server – wird er verloren, sind auch die Backups verloren, ohne Wenn und Aber. Passwort-Manager oder Offline-Tresor, nicht die Downloads-Ordner-Methode.
Wiederherstellung
qmrestore pbs-storage:backup/vm/100/2026-06-10T02:00:00Z 100 --storage local-lvm
Restore-Tests gehören in den Kalender, nicht nur in die Theorie – ein Backup-Konzept, das nie durchgetestet wurde, ist ein Backup-Konzept auf Vertrauensbasis.
Fazit
PBS bringt deduplizierte, verifizierbare Backups ohne Lizenzkosten – aber nur, wenn Prune, GC und Verify-Jobs von Anfang an mitgedacht werden, nicht nur der Backup-Job selbst.
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