Proxmoxguide

Proxmox VM erstellen – Schritt für Schritt (2025)

Windows und Linux virtuelle Maschinen in Proxmox VE anlegen und optimieren

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SeeColors IT
11. Juni 20265 Min. Lesezeit252 Aufrufe

Virtuelle Maschinen in Proxmox VE

Proxmox VE nutzt KVM (Kernel-based Virtual Machine) für vollständige Hardware-Virtualisierung. Eine VM verhält sich wie ein echter physischer Server – mit eigenem BIOS, eigener Festplatte und eigenem Netzwerkadapter.

Dieser Guide zeigt alle wichtigen Einstellungen beim Erstellen einer neuen VM, erklärt die Unterschiede zwischen Windows- und Linux-VMs und zeigt Optimierungen für beste Performance.

ISO-Image hochladen

Bevor Sie eine VM erstellen, laden Sie das Betriebssystem-ISO hoch:

  1. Proxmox-Weboberfläche → Node → local → ISO Images
  2. Klicken Sie Upload → ISO-Datei von Ihrem PC hochladen
  3. Oder: Download from URL für direkte Downloads von Hersteller-URLs (z. B. Ubuntu Server ISO)

Für Windows: Windows Server oder Windows 10/11 ISO von Microsoft
Für Linux: Ubuntu Server, Debian, Rocky Linux etc.

VirtIO-Treiber-ISO für Windows: Laden Sie zusätzlich virtio-win.iso von fedorapeople.org herunter. Windows kennt VirtIO-Treiber nicht von Haus aus.

VM erstellen – Wizard

Klicken Sie in der Proxmox-Weboberfläche auf Create VM (oben rechts).

Schritt 1: General

  • Node: Wählen Sie Ihren Proxmox-Host
  • VM ID: Automatisch vergeben (z. B. 100) – änderbar
  • Name: Beschreibender Name (z. B. win2022-dc01 oder ubuntu-web01)

Verwenden Sie eindeutige, beschreibende Namen: Betriebssystem + Funktion + Nummer.

Schritt 2: OS (Betriebssystem)

  • ISO Image: Zuvor hochgeladenes ISO auswählen (local → ISO Images)
  • Guest OS Type:
    • Microsoft Windows für Windows (wichtig für optimale Defaults!)
    • Linux mit Kernel-Version für Linux
    • Other für BSDs oder exotische OS

Schritt 3: System (wichtig!)

BIOS:

  • SeaBIOS: Standard, kompatibel mit allem – für ältere OS
  • OVMF (UEFI): Empfohlen für Windows 11, Windows Server 2022 und moderne Linux

Machine:

  • i440fx: Klassisch, sehr kompatibel
  • q35: Modernere Chipsatz-Emulation – empfohlen für PCIe-Passthrough und UEFI

SCSI Controller:

  • VirtIO SCSI Single: Empfohlen für maximale Performance (Linux)
  • VirtIO SCSI: Empfohlen für mehrere Festplatten (Linux)
  • LSI 53C895A: Für Windows ohne VirtIO-Treiber (langsamer)

Windows-Tipp: Wenn Sie Windows mit VirtIO-Treibern installieren wollen: wählen Sie VirtIO SCSI und laden Sie später den Treiber aus der virtio-win.iso.

Qemu Agent: Aktivieren Sie QEMU Guest Agent – ermöglicht Proxmox, IP-Adressen, Betriebsstatus und sauberes Shutdown zu erkennen. Treiber muss im Gastbetriebssystem installiert werden.

Schritt 4: Disks (Festplatten)

  • Bus/Device:
    • VirtIO Block: Beste Performance für Linux
    • SCSI (VirtIO SCSI): Empfohlen für Windows mit VirtIO-Treibern
    • SATA: Fallback wenn keine VirtIO-Treiber vorhanden (Windows)
  • Storage: Wählen Sie Ihren Storage-Pool (z. B. local-lvm)
  • Disk Size: Größe in GiB (Windows Server: min. 60 GB, Ubuntu: min. 20 GB)
  • Cache:
    • Write back: Beste Performance, minimales Datenverlustrisiko bei Stromausfall
    • Write through: Sicherer, etwas langsamer
    • None: Standard
  • Discard: Aktivieren für SSDs (ermöglicht TRIM-Befehle aus der VM)
  • SSD Emulation: Aktivieren wenn der physische Storage ein SSD ist

Schritt 5: CPU

  • Sockets: Anzahl CPU-Sockel (fast immer 1)
  • Cores: Anzahl CPU-Kerne pro Socket
  • Type:
    • host: VM nutzt exakt die CPU-Features des Hosts – beste Performance, keine Live-Migration zwischen unterschiedlichen CPU-Generationen
    • kvm64: Generische x86-64, maximale Kompatibilität und Migrierbarkeit
    • max: Alle verfügbaren CPU-Features aktivieren

Faustregeln für Core-Zuweisung:

  • Webserver: 2 Cores
  • Datenbankserver: 4 Cores
  • Domain Controller: 2 Cores
  • Windows Server allgemein: 2-4 Cores

Schritt 6: Memory (RAM)

  • Memory: RAM in MiB (2048 = 2 GB, 4096 = 4 GB, 8192 = 8 GB)
  • Ballooning Device: Aktivieren für dynamische RAM-Zuweisung (Proxmox kann RAM bei Bedarf umverteilen)

Faustregel:

  • Ubuntu Server: 1024–2048 MiB
  • Windows Server: 4096–8192 MiB
  • Datenbankserver: 8192–16384 MiB

Schritt 7: Network

  • Bridge: vmbr0 (Standard-Bridge mit Internetzugang)
  • Model:
    • VirtIO (paravirtualized): Beste Performance für Linux und Windows mit VirtIO-Treibern
    • Intel E1000: Kompatibel, kein Treiber nötig (Windows), langsamer
  • VLAN Tag: Optional – VM ins entsprechende VLAN einbinden

Schritt 8: Confirm

Übersicht aller Einstellungen. Aktivieren Sie Start after created wenn Sie sofort mit der Installation beginnen möchten.

VM starten und Betriebssystem installieren

  1. VM in der Seitenleiste auswählen → Start
  2. Console öffnen (noVNC oder SPICE)
  3. Das Betriebssystem startet vom ISO

Windows VM: VirtIO-Treiber installieren

Bei Windows erscheint oft "Kein Laufwerk gefunden" wenn VirtIO SCSI verwendet wird:

  1. Fügen Sie die virtio-win.iso als zweites CD-ROM-Laufwerk hinzu (Hardware → Add → CD/DVD Drive)
  2. Im Windows-Setup: Treiber laden → virtio-win.iso → vioscsi\2k22\amd64 (oder passende Version)
  3. VirtIO-SCSI-Treiber erscheint → auswählen → Weiter

Nach Windows-Installation: Führen Sie den VirtIO-Installer von der ISO aus um alle Treiber zu installieren (Netzwerk, Grafik, Balloon, QXL).

QEMU Guest Agent installieren

Linux:
apt install -y qemu-guest-agent && systemctl enable --now qemu-guest-agent

Windows:
Aus der virtio-win.iso: guest-agent\qemu-ga-x86_64.msi installieren.

Danach in Proxmox: VM → Options → QEMU Guest Agent → Enabled setzen und VM neu starten.

VM nach der Installation optimieren

Snapshot erstellen

Erstellen Sie direkt nach der Betriebssystem-Installation einen Snapshot:
VM → Snapshots → Take Snapshot → Name: "Fresh Install"

Damit können Sie jederzeit auf den sauberen Ausgangszustand zurückspringen.

Backup konfigurieren

Datacenter → Backup → Add: Tägliches Backup um 02:00 Uhr einrichten.

Hardware-Einstellungen optimieren

Für Linux-VMs mit guter Performance:

  • CPU-Type: host
  • Disk-Cache: write-back mit aktiviertem Discard
  • Netzwerk: VirtIO
  • QEMU Guest Agent: aktiviert

FAQ

Wie viele VMs kann ich auf einem Proxmox-Host betreiben?
Abhängig von RAM und CPU. Ein Server mit 64 GB RAM und 16 Cores kann problemlos 10-20 Standard-VMs betreiben.

Kann ich eine laufende VM klonen?
Ja: VM → Clone → Wählen Sie "Full Clone" (unabhängige Kopie) oder "Linked Clone" (teilt Festplatten-Basis, spart Speicher).

Was ist der Unterschied zwischen VM und LXC-Container in Proxmox?
VMs emulieren vollständige Hardware (eigener Kernel, BIOS). LXC-Container teilen den Host-Kernel – leichter und schneller, aber nur für Linux-Workloads geeignet.

Fazit

Mit dem Proxmox VM-Wizard erstellen Sie in wenigen Minuten professionelle virtuelle Maschinen. Die Wahl der richtigen Einstellungen (VirtIO, UEFI, Guest Agent) macht den Unterschied zwischen einer trägen und einer hochperformanten VM.

Als Proxmox-Experten in Heidelberg richten wir Proxmox-Infrastrukturen für KMU in Mannheim, Ludwigshafen und der Rhein-Neckar-Region ein. Jetzt Virtualisierungsberatung anfragen.

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