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Rocky Linux 9 – Installation und Grundkonfiguration für Server 2025

Der beste CentOS-Ersatz: enterprise-kompatibles Linux kostenlos

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SeeColors IT
11. Juni 20265 Min. Lesezeit177 Aufrufe

Rocky Linux vs. CentOS – Was ist passiert?

2021 hat Red Hat angekündigt CentOS 8 abzukündigen und durch CentOS Stream zu ersetzen. CentOS Stream ist ein Rolling-Release das dem RHEL-Entwicklungszweig vorausläuft – nicht mehr die stabile, nachgelagerte Version.

Für Unternehmen die stabile, enterprise-kompatible Server brauchten entstanden zwei Alternativen:

Distribution Herausgeber RHEL-kompatibel Support
Rocky Linux Rocky Enterprise Software Foundation 100% bis 2032 (v9)
AlmaLinux CloudLinux 99% (ABI-kompatibel) bis 2032 (v9)
CentOS Stream Red Hat Upstream Rolling
RHEL Red Hat Original bis 2032 (v9)

Rocky Linux ist binärkompatibel zu RHEL: Alle RPM-Pakete die für RHEL 9 kompiliert wurden laufen 1:1 auf Rocky Linux 9.

ISO herunterladen und Installation starten

Download: rockylinux.org → Rocky Linux 9 → DVD ISO (ca. 10 GB) oder Minimal ISO (ca. 2 GB)

Installationstypen

Typ Verwendung
Minimal Server ohne GUI, ca. 1,5 GB nach Installation
Server Typischer Server mit Basis-Tools
Server with GUI GNOME-Desktop (für Workstations)
Workstation Desktop-Nutzung

Für Server empfehlen wir Minimal.

Partitionierungsschema (empfohlen für Server)

Partition Größe Dateisystem Mountpunkt
/boot 1 GB xfs /boot
/boot/efi 600 MB EFI /boot/efi
swap 2× RAM (max. 8 GB) swap -
/ restlicher Platz xfs /

Für Datenbank-Server empfiehlt sich eine separate /var-Partition.

Erster Login und Grundkonfiguration

System aktualisieren

sudo dnf update -y
sudo reboot

Hostname setzen

sudo hostnamectl set-hostname server01.ihredomain.de
# Überprüfen
hostnamectl

Zeitzone und NTP

sudo timedatectl set-timezone Europe/Berlin
sudo timedatectl set-ntp true
timedatectl status

Statische IP konfigurieren

# Netzwerk-Interface ermitteln
ip link show

# NetworkManager-Verbindung konfigurieren
sudo nmcli con mod ens192   ipv4.addresses 192.168.10.50/24   ipv4.gateway 192.168.10.1   ipv4.dns "192.168.10.10,8.8.8.8"   ipv4.method manual
sudo nmcli con up ens192

# Überprüfen
ip addr show ens192

Firewalld – Zone-basierte Firewall

Rocky Linux nutzt firewalld als Standard-Firewall (nicht iptables direkt):

# Status prüfen
sudo systemctl status firewalld

# Aktive Zone anzeigen
sudo firewall-cmd --get-active-zones

# SSH erlauben (meist schon aktiv)
sudo firewall-cmd --permanent --add-service=ssh

# HTTP und HTTPS
sudo firewall-cmd --permanent --add-service=http
sudo firewall-cmd --permanent --add-service=https

# Benutzerdefinierten Port öffnen
sudo firewall-cmd --permanent --add-port=8080/tcp

# Regeln laden
sudo firewall-cmd --reload

# Aktuelle Regeln anzeigen
sudo firewall-cmd --list-all

Zones verstehen

Firewalld verwendet Zones:

  • public: Standard für externe Interfaces (nur erlaubte Services)
  • internal: Internes Netzwerk (mehr Vertrauen)
  • trusted: Alle Verbindungen erlaubt
  • block: Alle eingehenden Verbindungen blockiert
# Interface einer Zone zuordnen
sudo firewall-cmd --permanent --zone=internal --add-interface=ens224
sudo firewall-cmd --reload

SELinux verstehen und konfigurieren

SELinux (Security-Enhanced Linux) ist in Rocky Linux/RHEL standardmäßig aktiv und im Enforcing-Modus. SELinux ist eine der stärksten Sicherheitsmaßnahmen – Prozesse können nur auf genehmigte Ressourcen zugreifen.

SELinux-Status prüfen

getenforce
# Ausgabe: Enforcing | Permissive | Disabled

sestatus

SELinux im Permissive-Modus (für Troubleshooting)

# Temporär (bis Neustart)
sudo setenforce 0

# Permanent (nicht empfohlen für Produktion!)
sudo sed -i 's/^SELINUX=enforcing/SELINUX=permissive/' /etc/selinux/config

Häufige SELinux-Probleme lösen

Nginx darf standardmäßig nur Port 80/443 binden. Für andere Ports:

# SELinux-Audit-Log prüfen
sudo ausearch -c 'nginx' --raw | audit2allow -M nginx-custom
sudo semodule -i nginx-custom.pp

Oder Port freigeben:

sudo semanage port -a -t http_port_t -p tcp 8080

SSH-Härtung

sudo nano /etc/ssh/sshd_config

Empfohlene Einstellungen:

PermitRootLogin no
PasswordAuthentication no
PubkeyAuthentication yes
MaxAuthTries 3
ClientAliveInterval 300
ClientAliveCountMax 2
Protocol 2
sudo systemctl restart sshd

Wichtig: Stellen Sie sicher dass Ihr SSH-Key in ~/.ssh/authorized_keys hinterlegt ist bevor Sie Passwort-Login deaktivieren!

EPEL und Zusatz-Repositories

Für Software die nicht in den Standard-Repos ist:

# EPEL (Extra Packages for Enterprise Linux)
sudo dnf install -y epel-release

# PowerTools / CRB (für Build-Dependencies)
sudo dnf config-manager --set-enabled crb

# Nach Installation aktualisieren
sudo dnf update -y

Wichtige Dienste verwalten

# Dienst starten und autostart aktivieren
sudo systemctl enable --now nginx

# Dienst-Status
sudo systemctl status nginx

# Logs anzeigen
sudo journalctl -u nginx -f

FAQ

Kann ich CentOS 7 direkt zu Rocky Linux 9 migrieren?
Nein, ein direktes In-Place-Upgrade von CentOS 7 auf Rocky Linux 9 ist nicht offiziell unterstützt. Empfohlen ist eine Neuinstallation oder Migration über CentOS 8 → Rocky Linux 8 → Rocky Linux 9.

Ist Rocky Linux für Produktionsserver geeignet?
Ja. Rocky Linux 9 ist RHEL-9-binärkompatibel, hat dasselbe Kernel-Patchlevel und wird in zahlreichen Produktionsumgebungen eingesetzt.

Bis wann wird Rocky Linux 9 unterstützt?
Bis Mai 2032 (RHEL 9 End of Maintenance). Das ist einer der längsten Support-Zeiträume unter Linux-Distributionen.

Fazit

Rocky Linux 9 ist für Unternehmen die bisher CentOS eingesetzt haben die klare Empfehlung: kostenlos, langfristig supportet, RHEL-kompatibel und aktiv entwickelt.

Wir migrieren CentOS-Server auf Rocky Linux und betreuen Linux-Infrastrukturen für KMU in Heidelberg, Mannheim und der Rhein-Neckar-Region. Linux-Migration anfragen.

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