Warum Veeam für KMU?
Veeam Backup & Replication ist weltweit die meistgenutzte Backup-Lösung für virtuelle Maschinen. Die Community Edition (früher Free Edition) ist kostenlos und unterstützt bis zu 10 Workloads – für viele KMU in Heidelberg und Mannheim ausreichend.
Vorteile von Veeam
- Agentenloses Backup direkt von Hyper-V- oder VMware-Host-Ebene
- Granulare Wiederherstellung einzelner Dateien, Ordner oder Exchange-Objekte
- Instant VM Recovery: VM direkt aus dem Backup starten in Minuten
- Deduplizierung und Kompression spart Speicherplatz
- Veeam ONE für Monitoring (in der kostenpflichtigen Version)
- WAN-optimierte Replikation für Offsite-Backup
Community Edition – Limitierungen
Die kostenlose Version ist auf 10 Workloads begrenzt (VMs, physische Server oder Cloud-Instanzen). Für größere Umgebungen ist die kostenpflichtige Essentials- oder Enterprise-Lizenz erforderlich.
Veeam installieren
Systemvoraussetzungen
- Windows Server 2016/2019/2022 (empfohlen) oder Windows 10/11 Pro
- 4 GB RAM (8 GB empfohlen)
- 4 CPU-Kerne
- 10 GB Installationsspeicher + Backup-Repository-Speicher
- Microsoft SQL Server (oder SQL Server Express, wird mitgeliefert)
Installation
- Laden Sie Veeam Backup & Replication von veeam.com herunter (kostenlose Registrierung erforderlich)
- ISO-Datei mounten und
Setup.exestarten - Veeam Backup & Replication wählen → Install
- Lizenzvereinbarung akzeptieren
- Installationskomponenten auswählen (Standard reicht)
- SQL Server: Microsoft SQL Server Express (automatisch installiert) oder vorhandene Instanz verwenden
- Service-Account konfigurieren (Lokales System oder dediziertes Konto)
- Installation starten (dauert ca. 10–20 Minuten)
- Server neu starten
Erste Einrichtung nach der Installation
Schritt 1: Backup-Repository hinzufügen
Das Backup-Repository ist das Verzeichnis, in dem Veeam die Backup-Dateien speichert.
- Öffnen Sie die Veeam Backup & Replication Konsole
- Im linken Menü: Backup Infrastructure → Backup Repositories
- Rechtsklick → Add Backup Repository
- Repository-Typ wählen:
- Direct attached storage (lokale oder USB-Festplatte)
- Network attached storage (NAS über SMB oder NFS)
- Object storage (S3-kompatibel, z. B. für Offsite-Backup)
- Pfad angeben und Kapazität prüfen
- Finish
Schritt 2: Hypervisor hinzufügen
Hyper-V hinzufügen:
- Backup Infrastructure → Managed Servers → Add Server
- Microsoft Hyper-V wählen
- Hostname oder IP eingeben
- Administrator-Anmeldedaten eingeben
- Next → Finish
VMware vSphere hinzufügen:
- Add Server → VMware vSphere
- vCenter oder ESXi-Host-Adresse eingeben
- Anmeldedaten für vCenter-Admin eingeben
- Next → Finish
Backup-Job erstellen
Backup-Job für Hyper-V VMs
- Home → Backup Jobs → Virtual machine
- Backup Job wählen → Next
- Name und Beschreibung eingeben (z. B. "Tägliches Backup – Alle VMs")
- VMs hinzufügen: Einzelne VMs, Container oder gesamten Host auswählen
- Backup-Repository auswählen
- Restore Points: Anzahl der aufzubewahrenden Versionen (7 für 7 Tage empfohlen)
- Zeitplan festlegen: Täglich um 02:00 Uhr (wenn wenig Betrieb)
- Erweiterte Einstellungen:
- Kompression: Optimal
- Deduplizierung: Aktiviert
- Application-aware processing: Aktiviert (für Exchange, SQL, AD)
- Finish und Job aktivieren
Application-aware Processing (wichtig für Exchange und SQL!)
Application-aware processing stellt sicher, dass Datenbanken (Exchange, SQL Server, Active Directory) im konsistenten Zustand gesichert werden. Aktivieren Sie diese Option immer, wenn der VM einen Exchange oder SQL Server betreibt!
Backup testen – so geht's richtig
Ein Backup, das nie getestet wurde, ist kein Backup. Testen Sie monatlich:
Instant VM Recovery testen
- Rechtsklick auf einen Backup-Job → Restore → Instant VM Recovery
- Restore Point wählen
- Netzwerkisolation aktivieren (verhindert, dass die Test-VM mit dem Produktionsnetz kommuniziert)
- VM hochfahren und Funktion prüfen
- Danach: Stop Publishing um die Test-VM zu entfernen
Einzeldateien wiederherstellen
- Rechtsklick auf Backup → Restore → Guest Files → Microsoft Windows
- Restore Point auswählen
- Datei-Browser öffnet sich: Dateien direkt aus dem Backup kopieren
- Keine VM-Wiederherstellung nötig – einzelne Dateien in Sekunden verfügbar
Offsite-Backup einrichten (3-2-1-Regel)
Die 3-2-1-Backup-Regel empfiehlt: 3 Kopien, auf 2 verschiedenen Medien, davon 1 Offsite.
Mit Veeam können Sie ein zweites Repository an einem anderen Standort oder in der Cloud einrichten:
Backup Copy Job erstellen:
- Home → Backup Copy → Virtual machine backup
- Source-Job auswählen (den bestehenden Backup-Job)
- Ziel-Repository auswählen (NAS am zweiten Standort oder S3-Speicher)
- GFS-Aufbewahrung (Grandfather-Father-Son):
- Täglich: 7 Restore Points
- Wöchentlich: 4 Wochen
- Monatlich: 6 Monate
FAQ
Was kostet Veeam Backup Community Edition?
Die Community Edition ist kostenlos für bis zu 10 Workloads. Veeam Essentials (für Workgroups) startet bei ca. 200–300 € pro Jahr für kleine Umgebungen.
Kann Veeam auch physische Server sichern?
Ja, mit dem Veeam Agent for Microsoft Windows (ebenfalls kostenlos für 3 Workloads). Vollständige physische Server-Backups inklusive Bare Metal Recovery.
Wie lange dauert ein VM-Backup mit Veeam?
Abhängig von VM-Größe und -Aktivität. Mit aktivierter Deduplizierung und Kompression sind inkrementelle Backups oft unter 15 Minuten fertig. Erste vollständige Sicherung einer 100-GB-VM: ca. 30–90 Minuten.
Fazit
Veeam Backup ist auch für kleine Unternehmen erschwinglich und bietet enterprise-grade Funktionen. Die Community Edition reicht für viele KMU in der Rhein-Neckar-Region aus.
Als zertifizierter IT-Dienstleister in Heidelberg implementieren und betreiben wir Veeam Backup für Unternehmen in Mannheim, Ludwigshafen und Karlsruhe. Jetzt Backup-Konzept anfragen.