Warum diese Migration sich für die meisten KMU lohnt
Seit Broadcoms Lizenzumstellung 2024 sind viele VMware-Verträge für kleinere Umgebungen unwirtschaftlich geworden — Mindestabnahmemengen und Bundle-Zwang treffen KMU besonders hart. Proxmox VE deckt den Funktionsumfang, den die meisten KMU tatsächlich nutzen (VMs, Snapshots, Live-Migration, zentrale Verwaltung), vollständig ab und kostet im Kern nichts.
Phase 1: VM-Inventar
Connect-VIServer -Server vcenter.firma.local
Get-VM | Select Name,
@{N='vCPU';E={$_.NumCpu}},
@{N='RAM_GB';E={$_.MemoryGB}},
Guest,PowerState |
Export-Csv "vm-inventar.csv" -NoTypeInformation
Diese Bestandsaufnahme ist keine Formalität — sie ist die Grundlage für die Migrationsreihenfolge. Kritische Produktions-VMs zuletzt, Testsysteme zuerst, um Prozess und typische Fehlerquellen risikofrei zu üben.
Phase 2: Proxmox vorbereiten
echo "deb http://download.proxmox.com/debian/pve trixie pve-no-subscription" \
> /etc/apt/sources.list.d/pve.list
apt update && apt dist-upgrade
Phase 3: VM-Export aus VMware
# VMware OVF Tool
ovftool vi://[email protected]/Datacenter/vm/web-server-01 /export/web-server-01/
ovftool muss separat von VMware heruntergeladen werden (kostenloses Tool, aber nicht Teil des Proxmox- oder Standard-Linux-Repositories) — bei größeren VMs mit vielen Snapshots kann der Export deutlich länger dauern als der spätere Import.
Phase 4: Import in Proxmox
# OVF importieren
qm importovf 100 /export/web-server-01/web-server-01.ovf local-lvm
# VMDK konvertieren
qemu-img convert -f vmdk -O qcow2 web-server-01-disk1.vmdk web-server-01.qcow2
qm create 101 --name web-server-01 --memory 4096 --cores 4 \
--net0 virtio,bridge=vmbr0 --ostype l26
qm importdisk 101 web-server-01.qcow2 local-lvm
qm set 101 --scsi0 local-lvm:vm-101-disk-0 --scsihw virtio-scsi-pci \
--boot c --bootdisk scsi0
Post-Migration
apt remove open-vm-tools -y
apt install qemu-guest-agent -y
systemctl enable --now qemu-guest-agent
Bei Windows-Gästen zusätzlich: VirtIO-Treiber-ISO von der Proxmox-Downloadseite einbinden und die VirtIO-SCSI/Netzwerktreiber manuell installieren, bevor auf virtio-Hardware umgestellt wird — sonst bootet Windows nach dem Festplatten-Controller-Wechsel nicht mehr.
Was in der Praxis am meisten Zeit kostet
Nicht die Kommandos selbst, sondern: Downtime-Fenster abstimmen (Stakeholder-Kommunikation), IP-Adressen und Firewall-Regeln nachziehen (neue MACs, ggf. neue Netzwerk-Topologie), und Anwendungstests nach der Migration (funktionieren alle Dienste, Datenbank-Verbindungen, Zertifikate wie vorher).
Checkliste
- VM startet und ist erreichbar
- QEMU Guest Agent läuft
- Bei Windows: VirtIO-Treiber installiert
- Backup-Job konfiguriert (idealerweise mit Proxmox Backup Server)
- Anwendungstests durchgeführt
- Alte VMware-VM mindestens 30 Tage archiviert, nicht sofort gelöscht
Fazit
Eine VMware-zu-Proxmox-Migration ist pro Host in wenigen Stunden technisch durchführbar — der größere Zeitaufwand liegt in Planung, Downtime-Koordination und Nachtests, nicht in den Befehlen selbst. Die Lizenz-Einsparung gegenüber aktuellen Broadcom-VMware-Preisen amortisiert den Aufwand meist innerhalb weniger Monate.
Ich begleite VMware-zu-Proxmox-Migrationen für den Mittelstand in Heidelberg, Mannheim, Karlsruhe und der Rhein-Neckar-Region — von der Bestandsaufnahme bis zum produktiven Betrieb. Beratung anfragen.